Offener Brief an Bürgermeister Maier
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Maier,
über Ihr Schreiben an den Leiter des FEM, Herrn Zielonka, war ich sehr verwundert, zumal Sie es zeitgleich an die Presse gesandt hatten. Ich hätte eigentlich erwartet, dass Sie zumindest zunächst ein aufklärendes Gespräch mit Herrn Zielonka oder mir gesucht hätten. Wer so agitiert besitzt ganz offensichtlich keine Sachargumente und muß sich auf ein Niveau begeben, das in diesem Wahlkreis bisher nicht üblich war.
Zunächst zur Sache der Einweihungsfeier FEM. Es handelt sich um die offizielle Einweihungsfeier des Instituts und nicht um eine Wahlkampfveranstaltung der CDU. Ganz gezielt verschweigen Sie gegenüber der Presse die bundesweit versandten offiziellen Einladungen des Instituts an Geschäftspartner, Freunde des Instituts sowie an alle Gemeinderatsfraktionen; diese Einladungen gingen dagegen nicht an die CDU-Mitglieder. Bei der Veranstaltung gibt es keine Wahlkampfreden, sondern Ansprachen zur Neueröffnung. Dieser Charakter der Veranstaltung wird auch nicht dadurch verändert, dass ich Herrn Zielonka angefragt hatte, ob einige Mitglieder der CDU dabeisein können, um den Ministerpräsidenten zu sehen. Viele können es schon deswegen nicht werden, weil die Veranstaltung an einem Werktag um 11 Uhr stattfindet. Ihre Aufregung ist daher völlig unbegründet und nur mit Ihrem persönlichen Wahlkampfstil zu erklären.
Dieser wird – nur beispielhaft – auch aus anderen Erlebnissen deutlich:
Beim Neujahrsempfang der SPD bezeichneten Sie die Abgeordneten als „faul“, die allein im Wahlkreis sind. Hier muss ich mich angesprochen fühlen und weise diese Behauptung hiermit als Unverschämtheit zurück. Meine Arbeit gibt Ihnen keinen Grund für solche Beleidigungen.
Am nächsten Samstag wird die Einweihung der Sporthalle in Heubach gefeiert. Mit der Einladung wurde mir ausdrücklich mitgeteilt, dass kein Grusswort von mir erwartet werde. Dies habe ich so noch nicht erlebt. Sprechen Sie dort auch nicht oder ist dies Ihre Vorstellung von „fair play“?
Schließlich darf ich Sie an die Schülerdiskussion am Parlergymnasium vor einigen Tagen erinnern, bei der Sie im Schlußstatement um die Stimme mit dem Argument warben, „der Scheffold kommt sowieso rein“. Bei der Landtagswahl kann der Bürger aber nur eine Stimme vergeben. Wenn etwas ein „grobes Foul“ darstellt, dann ist es diese Irreführung der Wähler – gerade der Erstwähler.
Ich hätte diese Punkte übergangen, weil mir an einer anderen Wahlkampfauseinandersetzung gelegen ist. Angesichts des von Ihnen praktizierten Stils erlaube ich mir aber nun ebenfalls dieses Schreiben zeitgleich der Presse zuzuleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Stefan Scheffold
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